Aysegül und Meryem

 

Hatice und Frau Roczynksi

Frau Kluge

HÄKELBIKINI VON ANNA’S MUTTER

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e.a.seawear stellt schwimmtaugliche Häkel- und Strickbademode her. Gegründet haben es die Kostümbildnerin Eva Swoboda und die Kommunikations-Designerin Anna Berger. Das Label ist aus einem Projekt erwachsen, das mit zwei Fragen begann: Kann man den baumwolligen Häkelbikini der 60er Jahre weiterentwickeln und wer kann überhaupt noch häkeln? Thema der Arbeit von e.a.seawear sind stets Gegensatzpaar und wie sie sich diese anregen können:Oma/Bikini, Strick/Bademode, Häkeln/Design, Handarbeit /Wirtschaftlichkeit.

TEXTILFORSCHUNGSINSTITUT DENKENDORF

Die Strickmodelle werden in einer kleinen Strickerei in Gütersloh produziert. Gehäkelt wird mit einer Gruppe handarbeitsbegeisterter, älterer Damen in Berlin:

AYSEGÜL

Sie ist die Leiterin der türkischen Häklerinnen. Sie übersetzt unsere Anleitungen in türkisch und verteilt alle Aufträge. Bei Ihr holen wir auch die fertigen Teile ab.

MERYEM

Meryem häkelt von allen Häklerinnen am schnellsten. Das liegt an ihrem Multitasking-Talent und an der kleinen Tasche, die sie immer bei sich trägt. In ihr bewahrt Meryem Nadeln und Garn auf. So kann sie am Herd stehen und im Wechsel für ihre Enkel türkischen Milchreis kochen und für uns Bikinis häkeln.

HATICE

Hatice hat mal ihr Portemonaie verloren. Es waren keine Papiere darin, nur eine Quittung einer unserer Häkelaufträge. Durch diese Quittung hat sie Ihr Portemonaie zurück bekommen.

FRAU ROCZYNSKI

Frau Roczynski versorgt uns jeden Winter mit neuen Handschuhen, und an Ostern bekommen wir Schokoladeneier. Einmal haben wir ihr zum Dank Wolle geschenkt. Was ist passiert: Sie hat uns daraus einen Schal gestrickt.

FRAU KLUGE

Sie ist schon seit 2008 dabei. Jeden Sommer fährt sie nach Tunesien in den Urlaub. Da kann es schon mal passieren, daß sie einfach so, ohne Auftrag, 10 Bikini-Tops häkelt. Wenn sie wieder kommt sagt sie bloß: “Ich hatte viel Zeit”.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Geschichte
DER HÄKELBIKINI

Angefangen hat alles mit der Wiederentdeckung eines Häkelbikinis, den Annas Mutter in den späten 60ern nach einer ‘Brigitte’-Anleitung gehäkelt hat. In der typischen Farbe der Zeit, nämlich orange, hat er sich bis zum heutigen Tage gehalten. Da er aus Baumwolle gearbeitet ist, saugt er sich beim Baden mit Wasser voll und trocknet nur langsam.

Die Idee war geboren: Der Häkelbikini soll neu aufgelegte werden! Es draengten sich Fragen auf: Wie kann man dieses unflexible Wollmonster schwimmtauglich und bequem machen, wie müsste ein zeitgemäßes Design aussehen? Da wir nicht häkeln konnten, fragten wir uns: wer beherrscht dieses Handwerk heute eigentlich noch?

DAS PROJEKT

Eine Anzeige wurde geschaltet und es fand sich eine Gruppe von ca. 20 häkelwütigen Seniorinnen. Darunter waren einige Expertinnen in Sachen Handarbeiten. Oft häkeln und strickten sie Socken oder Topflappen für die Familie bis diese abwinkten.

Bei den wöchentlichen Treffen mit den Damen entstand ein Schnitt, ein Häkelmuster und daraus folgend eine Häkelanleitung. Die Garnsuche gestaltete sich schwierig. Schließlich kam eine Kooperation mit dem ITV Denkendorf zustande, die das Garn mitentwickelten. Die Seniorinnen produzierten etwa 30 Bikinis, die im Sommer 2008 in einem Pop-Up-Store verkauft wurden. Die Resonanz war sehr positiv und es stellte sich die nächste Frage: Wie geht es weiter?

Förderer

e.a.seawear wird durch ein Textilforschungsinstitut nahe Stuttgart unterstützt. Hier wird das Garn für unsere Bikinis gefacht, gezwirnt und anschließend gedämpft. Im Forschungsbereich Stapelfasertechnologie / Pilotspinnerei werden für uns Feinheit und Drehung des Zwirns geprüft und sonstige Eigenschaften des Garns getestet, damit es sich optimal zu einem Bikini verarbeiten lässt.